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Frau Aal

Punk
Traktor Punk

Deutschland 50321 Brühl

at24x geklickt

Demosong: MP3
 

Frau Aal sind ...

Lucky (Bass)
Östin (Gitarre, Gekreisch)
Pipi Piel (Gitarre)
Franco (Schlagzeug)
Idiot! (Geseiere)

Frau Aal – Eine Biographie
von Lustiger Bob
„Zweifellos hat die totale Entfremdung der Arbeitswelt und der zunehmende Sinnverlust der Gesellschaft einige objektiv seltsame Erscheinungen hervorgebracht.“ H.U.Rensohn (schwedischer Kulturhistoriker, 1933-84)

Frau Aal, was ist das? An dieser Frage ist nicht nur die Spex-Redaktion gescheitert. Mit die größten Denker unserer Zeit versuchten dieses Phänomen zu beschreiben und zu erklären. Doch weder psychologische Ansätze, die die Kindheitstraumata der Band verantwortlich machen, noch soziologische Ansätze, die Frau Aal als Antwort auf die Fragen unserer Zeit verstehen, oder gar philosophische Ansätze, die in Frau Aal ein gelebtes philosophisches System sehen, waren annähernd in der Lage Frau Aal zu verstehen. Aus Künstlerkreisen ist nur ein verdächtiges Schweigen zu vernehmen, das Neid vermuten lässt. Das Problem ist der offensichtliche doppelte Bruch in den Lieder und in dem Auftreten, der so gewollt aussieht, dass schließlich der Sinn des Ganzen verloren zu gehen scheint. Zuerst werden in satirisch-ironischer Form soziale und menschliche Missstände geschildert, doch dieses Bild wird mit infantilen Stücken gebrochen, die eine soziale oder menschliche Motivation unmöglich machen. Dazu die Musik die ebenso immer wieder durch Stilbrüche gekennzeichnet ist. Aber auch ich möchte mich nicht anmaßen Erklärungen anzubieten für ein Ding, welches sich nicht erklären lässt. Doch habe ich mir die Mühe gemacht eine kurze Biographie der Band zu erstellen, um vielleicht dadurch irgendwann auch nur annähernd zu verstehen, was das ist: Frau Aal.

Es begab sich zu einer bestimmten Stunde, da entwickelten ein paar Ökrophologie-Studenten die Idee zu einer Band, die Ökologie, bewusste Ernährung und Kapitalismus basierend auf den Werken des großen schweizerischen Kulturphilosophen D. E. S’Geschwister (1914-68) zusammenbringen wollte. Die damals noch als Antiimperialistischer Schutzbund Studenten entwickelten in der warmen und herzlichen Atmosphäre des Burger Kings ihrer Stadt großartige Ideen, doch sie ahnten nicht, dass sie wirklich die Welt verändern würden.

Etwa zeitgleich kamen „Florian“, „Lukas“ und „Martin“ aus dem Hitmarkt in Brühl bei Köln. Wie jede große Pause zwischen BWL und Mathematik hatten sie sich am Weinstand im Hitmarkt bedient und kamen dementsprechend angetrunken aus dem Laden. In dieser Situation muss sich in etwa das abgespielt haben: „Ey lass uns mal ne band machen.“ „Ja is okay.“ „Stinnes Reifenzentrum“ war geboren. „Florian“ wollte Gitarre spielen, weil er hatte eine. „Lukas“ wollte Bass spielen, weil er hatte einen. „Martin“ (im weiteren nur noch „Splint“ genannt) hatte auch einen Bass, aber die Stelle war besetzt, also wollte er Trommeln, obwohl er keine Trommeln hatte, was sich später noch als Problem erweisen sollte. Als Sänger engagierten sie sofort den mysteriösen „Schlumpfer“. Als weiterer Gitarrist sollte „Andre“ (ein Freund und Mittrinker) auftreten, der von den Bewohnern Brühls nur Östin genannt wird. Im lokalen Jugendzentrum, dem legendären Café KAFOR, bekamen sie durch ihre sympathische und doch bestimmende Art sofort einen Proberaum. Nach den ersten zwei Proben, die vom örtlichen Pöbel misstrauisch begutachtet worden waren, war ihnen einiges klar. „Schlumpfer“ muss weg und „Florian“ singt. Ebenso war der Name schnell umgeändert in „FRAU AAL“. Damit war eigentlich nur „Florian“ zufrieden, der sich seit dem auch nur noch „Idiot!“ nannte. Der Rest war zu faul gewesen um dagegen zu protestieren, als Idiot! „Frau Aal“ offiziell in die Proberaumliste eintrug. In dieser Zeit entstanden bereits die legendären Lieder „Gewaltkids“, das spätere „Kinder haben keine Zukunft“, „Hitmarkt Hitler“, das auf die traumatischen Erinnerungen im oben beschriebenen Hitmarkts aufbaut, „Leo Kirch“ und natürlich auch das musikalische Manifest der Band „A.U.A.“. Die Jungs probten also munter weiter und wurden schließlich auch vom Brühler Lokalpöbel akzeptiert. Diese Akzeptanz ist allerdings nicht als Zustimmung für die künstlerische und ideologische Richtung der Band zu verstehen, sondern Beobachter sprachen eher von einer gewisser Angst in den Augen des ansässigen Pöbels, der anscheinend nicht in der Lage war, zu verstehen, was sich dort in dem kleinen Proberaum abspielte. Doch wurden sie magisch angezogen von den fremden Klängen und den unverständlichen Texten. Insbesondere die jüngere Generation hat augenscheinlich unter diesem Einfluss gelitten, was man erkennt, wenn man durch die Strassen Brühls wandert. Unter anderem folgte daraus allerdings auch die tragische Bekanntschaft mit dem skrupel- und glaubenslosen „Lustiger Bob“. Dieser erstand im Tausch gegen seine Seele und ein halb volles Bier alle Rechte an der Band. Damit war seinen demagogischen Bestrebungen Ökrophologie, bewusste Ernährung und Kapitalismus in Musikform zu verbinden, Tür und Tor geöffnet. Die unschuldige Band wurde gezwungen die umstrittenen Lieder „Zombieterror“ und „Kriegslied für Rudolph Scharping“ (in Bandkreisen nur abfällig „Kriegsminister“ genannt) zu spielen. Doch der Brühler Pöbel beinhaltete noch dämonischere Einflüsse, die auf die Band einstürzen sollten. So zwang der schwerbewaffnete „Bengsch“ mit dem noch schwerer angetrunkenen „Bernd“ die Betreiber des Kölner Bauwagenplatz, der jungen aufstrebenden dynamischen und avantgardistischen Punkband Zeit zum Spielen ihrer Liedern einzuräumen. Dieser Abend ist noch heute legendär auch wenn die Erzählungen sehr von einander abweichen und sich zum Teil widersprechen. Im Kölner Untergrund raunte man sich zu, dass da sich etwas unglaubliches abgespielt haben müsste.

Doch auf diesen Lorbeeren ruhte sich Frau Aal nicht aus. Es wurden neue Lieder eingespielt wie „Thomas“ (in Hardcore-Fankreisen auch als „Haribo“ bekannt). Doch auch Live sorgten Frau Aal für Superlative. In unangekündigten Konzerten brachten sie das Brühler JuZe regelmäßig zum Kochen. Doch die armen außenstehenden Besucher waren natürlich geschockt von der inzwischen unnormalen Vergötterung, die der Band zu Teil wurde. Bald wurde der Ruf laut Frau Aal auch als Top Act zu sehen. Die Veranstalter, im Nebenberuf ausgebildete Sozialpädagogen, versuchten das so lange wie möglich zu verschieben, da sie den schlechten Einfluss der Band auf die Jugend sahen, auf der anderen Seite waren sie allerdings auch angezogen von der Band. So wurde das legendäre erste Konzert der Band organisiert. Dieser Abend veränderte zahlreiche Leben. So beschloss der zwielichtige Manager der Band „Lustiger Bob“, Brühl sofort zu verlassen, nachdem er ca. tausend miserabel gefertigte T-shirts völlig überteuert an ahnungslose Fans verkauft hatte. Doch der Spruch „Die Stadt Brühl ist ein Hurensohn“ schmückt noch heute zahlreiche Plätze der Stadt. Und auch an den unmöglichsten Stellen Deutschlands ist dieser Spruch inzwischen zu lesen. Ebenso fand man als der Staub sich gelegt hatte ein etwas verwahrlostes und verwirrtes Mädchen auf dem Hof des Jugendzentrums, das niemand kannte und noch heute rätselt man und frau darüber was für einen Einfluss diese Gestalt auf die Band hatte. Das Konzert wurde von den guten Freunden der Band „Supernichts“ und „ZSK“ begleitet, die aber nicht annähernd auf das Vorbereiten konnten, was Frau Aal an diesem Abend vorlegten. Nach diesem Abend, der in gegen bösen Gerüchten lediglich ein Todesopfer forderte, beschloss die Band in Urlaub zu fahren. Doch während dieses Urlaubs wurden die Differenzen zwischen Band und Drummer unübersehbar. So beschloss man nach 10 stündigem Plenum: „Wir brauchen mal n Typ, der trommeln kann.“ Nach 2 Monaten wurde der Drummer endgültig geschasst. Doch nachdem der zersetzende Einfluss des Managers sich abschwächte, gerieten die ambitionierten Musiker in den Einfluss der satanischen „Senseless Creatures“. Die beiden Gitarristen der Band besetzenden den vakanten Trommler Posten und zwangen eine zweite Gitarre in das sensible Klangsystem der Band.

Doch kam so auch neuer Wind in die Band. So entstand Ende 2002 die ultra rare Single „Kinder haben keine Zukunft“ und schließlich Anfang 2003 das Album "Kartoffel vs. Kartoffel". Einige Leute behaupten etwas sei in der Band kaputt gegangen durch die satanischen Einflüsse, andere behaupten erst dieser Einfluss würde Frau Aal zu dem machen was es heute ist. Doch ist die lineare Entwicklung der Band andere Musikbewegungen sich einzuverleiben nicht zu Leugnen. Was mit Punk anfing umfasst heute genauso Grunge, Heavy Metall und Techno. Doch diese Entwicklung ist es auch, die das Erklären in bekannten Mustern so unmöglich macht.