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The Cheaters

Rock, Southern Rock

USA  Maryland

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Eine junge, heiße Band aus Maryland, THE CHEATERS, und ein mordsmäßiger Brocken von CD, "The Cheaters L.P.". Nach den ersten Durchgängen hat man zwar viel gehört, aber eigentlich bleibt vorherrschend ein Gedanke übrig: Das sind die legitimen Nachfolger der BLACK CROWES.
Sind sie nicht, denn da ist viel zu viel anderes Zeug mit drin. GEORGIA SATELLITES zum Beispiel. Und wo die Herren Baird, Rick Richards, Robinson und Robinson ihre Einflüsse her hatten ist bekannt. THE CHEATERS sind also nichts anderes als klassische Rocker mit deftigen Südstaatengewürzen und einem Hang zu den britischen Vätern des Lärms unserer Wahl.
Und, das sei vorweg gesagt, sie sind neben den ebenfalls famosen MEDUSA STONE die ersten amerikanischen Newcomer seit längerer Zeit, die mit dieser urwüchsigen Art von Gitarrenmusik nachhaltig überzeugen können. In den letzten Jahren kamen die Sieger vorwiegend aus Europa, speziell Italien und Deutschland.

Das mit Abstand schönste Lied dieser CD ist Angela Marie. Ein Liebeslied, beschwingt dahinpolternd, von einer ganz traditionellen Slidegitarre im besten Dickey Betts-Stil über die Wolken gehoben. Viereinhalb Minuten pure Melodie mit Sätzen wie "uuuh, I love the way you smile". Da geht die Sonne auf, das ist Männerpoesie ohne Schmierflecken, dafür mit Herzblut geschrieben. Die mutmaßlich traumhafte Angela Marie sollte stolz sein auf ihr Lied.
In den Melodientopf sind die vier CHEATERS ohnehin gefallen, aber natürlich geht es nicht immer so romantisch zu wie in Angela Marie oder dem abschließenden Just Another Day. Da wird ausgiebig und heftig im Eröffnungssong Just Want You To Know ein jammiges Gitarrenbrett geritten, da wird staubtrocken in All Of The Drugs gerifft bis die oben erwähnten SATELLITES neugierig ihre Nasen um die Ecke schieben, oder entspannt aber spannend dahingegroovt, im Falle von Lovin` sogar mit dezenter Unterstützung einer im dünnen Cover nicht erwähnten Orgel. Selbst bei den kompositorisch eher mittelmäßigen Songs können die vielfältig eingesetzten Gitarren immer die Situation retten, sogar wenn es sich um einen auf den ersten Blick reichlich platten Countrysong wie Evan Williams handelt. Zuweilen, wie in Peaches, reicht auch ein kleines zweistimmiges Scharmützel zur Satisfaktion.
An Hlubek, Holland und Roland denkt man ebenfalls beizeiten. Der Einstieg in Cheatin` geriert sich tatsächlich wie ein Song von MOLLY HATCHET in deren Frühphase, bevor es sich zu einem beinahe modernen Vollgasteil à la DRIVE-BY TRUCKERS mit gestimmten Gitarren auswächst.
Später, in New Orleans, kommt dann die perfekte Symbiose aus HATCHET und den SATELLITES in Form der CHEATERS zutage. Faster, harder, faster, faster, harder. So funktioniert südstaatlicher Haudrauf-Rock`n`Roll schon immer und für immer.
Noch ein Groove-Liebeslied: Shana. Diesmal deutlich an die FACES angelehnt. Haha, ist es am Schluss gar kein Liebeslied? Egal, es rumpelt.
Das ist ein Debut mit Schmackes. Produktionstechnisch auf zeitgemäßem Analog-Niveau, spielerisch direkt bei den Granden des Genres, im Songwriting zu weiten Teilen ebenbürtig und mit weiterem Potential nach oben, absolut geschmackssicher und, das belegt der volle Tourkalender, auch noch fleißig. Wenn wir da mal nicht eine Band für die nächsten vielen Jahre entdeckt haben.