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Elif

Deutschrock, Pop, Singer / Songwriter

Deutschland 10 Berlin

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Demosong: SoundCloud
 

Es gibt Dinge, deren Notwendigkeit liegt so sehr auf der Hand, dass man sich wundert, warum es sie noch nicht gibt: einen Streichelzoo für Eulen, ein nie endendes Coldplay Konzert, einen Second-Hand Laden nur für schöne Kleider im Uniformen-Look.

Elif würde uns all diese Dinge sofort verordnen.

Elif, eine junge Frau, die nicht nur in der Auswahl ihrer Lieblings-Streicheltiere sehr „besonders“ ist, schaut uns an - und eines der ersten Dinge die uns auffallen sind ihre großen, offenen Augen. Wenn die Augen der Schlüssel zur Seele sind, dann beobachten wir sie einmal: sie sind rund und funkelnd wenn Elif aus dem Nichts heraus sagt: „Das weiß ich nicht!“, und sie sind offen und hell wenn sie sagt „Ich finde, wir sollten das jetzt so machen“. Elif ist wach und aufmerksam, und dabei wirkt sie seltsamer Weise manchmal fast Andersweltlich – so, als würde sie in einer zweiten Realität leben die parallel und in voller Harmonie mit unserer existiert. Ihre Ausstrahlung scheint von dort zu beginnen... vielleicht ist dem ja so?

Situationen entstehen. Erlebnisse, die sie prägen. Doch darüber spricht sie nicht – aber sie singt. Elif ist diese Generation junger, selbstbewusster Mädchen in Deutschland, die zu Frauen heran wachsen zwischen Tradition und Facebook, zwischen Familienwerten und ihrer Dekonstruktion, zwischen strengen Vorstellungen und ihrer Biegung, Erweiterung und Überschreitung durch den Durst nach Abenteuer. Immer bewusst und behutsam – doch sehr mutig. Das gerade diese Generation von jungen Frauen bisher in der Popkultur und Musiklandschaft noch keine hörbare Stimme hat – das ist eine Sache, von der man sich wundert, warum es sie noch nicht gibt.

Elif ist all das, und dabei ist sie so anders. Sie liebt New York Hardcore Musik, hing in früher Jugend mit Skatern ab, spielte Gitarre, sang. Heute ist sie geöffneter, zarter, doch immer noch rebellisch. Ihre innere Welt reibt sich an der äußeren, ihre Träume scheuern und kratzen an den Wänden der starren Vorstellungen. Elif erlebt sich selbst in den Liedern die Sie schreibt, Lieder für den unbekannten Jungen im Fahrstuhl, für ihre beste Freundin die wegzieht, für die Sehnsucht. Und für Ihren Wellensittich Charly. Ihre Lieder sind die Brücke zwischen ihren zwei Welten. Als ihre Gitarre zerbricht, zerbricht auch ihr Herz. Als ihr Ohr droht zu versagen, versagt kurz ihr Glaube an das Gute - doch nur für einen Herzschlag.

Elif’s Gitarre ist wieder ganz, und Ihr Ohr hört alle Zwischentöne der zwei Welten aus denen ihre Musik kommt: allein mit sich selbst im inneren, und mit Produktion und Vision im äußeren, entsteht ein Ganzes. Weiblich aber nicht mädchenhaft, kräftig, groß. Sie sagt, jedes Lied würde ihr schon selber mitteilen wie es sein möchte, pompös arrangiert oder doch lieber ganz roh, gespielt von einer einzigen Schraddelgitarre. Ihre Art zu singen ist pur, ungekünstelt. Direkt. Es scheint, als wollten die klaren, schnörkellosen Töne diese komplizierten Welten erst erforschen, und dann durchdringen. Und das, was wir hören, ist so nah dran an etwas, was man ganz vorsichtig „Wahrheit“ nennen könnte, dass auch unsere inneren Welten für einen Moment klar und still sind –und wir sind berührt.

Eine junge, so besondere Frau, hübsch und apart, mit schrägem Humor und funkelnder Schüchternheit, bescheiden und mit der Gabe unmittelbar zu sein. Eine, der man zu hören möchte wie sie wächst, erlebt, liebt und verliert, versucht und vergibt. Eine Berlinerin, eine junge Deutsche Türkin, deren Lieder das erzählen was bisher still zu sein schien – und noch so viel mehr. Diese Stimme ist etwas, was so sehr auf der Hand liegt, dass man sich wundert, dass es sie bisher noch nicht gab. Bisher. Denn es gibt sie: Sie heißt Elif.