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Bandaloop

Pop
Popmusik mit Drum`n Bass und Trip-Hop Elementen

Deutschland 50 Köln

at16x geklickt

Demosong: MP3
 

Die Zahl Zwei zieht sich durch das zweite Album Twin von bandaloop.. Aus dem Trio, zu dem von 1997 bis 2000 mit der Veröffentlichung des Debüt-Albums Aromatik noch Gitarrist Alexander Klick zählte, wurde endgültig ein Duo. Sängerin Sarah Doering und Arnd Fischer aka Electroarnd - privat wie musikalisch ein Paar - machen seitdem zu zweit weiter. Und das Musik machen fällt ihnen leichter als jemals zuvor. „Drei Leute unter einen Hut zu bringen war meistens ganz schön schwierig. Jetzt sind nur noch wir zwei im Studio. Das macht das Arbeiten sehr viel leichter.“

Heraus gekommen ist Twin. Ein Album mit 13 Tracks, die im eigenen Studio produziert wurden und in der Elektro-Pop-Tradition des Vorgängers Aromatik interessante neue Wege gehen. Treibende Tracks neben chillenden Songs. Abwechslungsreiche Pop-Vielfalt, die musikalische Schubladenfreunde gerne unter Trip-Hop oder Hybrid-Pop einsortiert wissen wollen. Die erste Platte Aromatik passte bei Columbia 1999 gerade in ebendiesen Trend. Und die erste Single Extraordinary stieß nicht nur bei Redaktion und Zuhörern von 1Live auf großes "Oho!". Die Singles rotierten auch auf allen "üblichen Verdächtigen" progressiven Radiosendern wie u.a. N-Joy, RB4, Fritz, MDR Sputnik, XXL, Gong..., die Videos liefen auf den Musik-TV-Sendern VIVA Zwei und MTV. Eine erfolgreiche Clubtour bewies, daß bandaloop. es schaffen, ihre Musik auch live rüberzubringen.

Für die Veröffentlichung von Twin entschied bandaloop. sich für das junge Kölner Independentlabel India-Records, das nicht Massenkompatibilität, sonder Qualität in den Vordergrund stellt. Electroarnd: „Majorlabels haben ein Problem damit, dass wir nicht eindeutig einzuordnen sind. Aber wir machen Musik wie das Leben: Und das ist halt mal langsam, mal schnell, mal traurig, mal leicht. Für uns ist es unvorstellbar, immer Vollgas zu geben oder nur in Melancholie zu schwelgen. Das wechselt bei uns in einem unregelmäßigen Rythmus. Außerdem können wir beim Musik machen nicht mit einkalkulieren, ob wir gerade chartkompatibel sind oder nicht.“

Trotz der Trennung von Alexander wollten bandaloop. nicht auf Gitarrensounds in ihrer Musik verzichten. Deshalb ist als Gastgitarrist Dirk Schilling dabei, der früher bei Motorsheep spielte und jetzt sein eigenes Minimaltechno-Projekt namens Filmpalast am Start hat. Auch der Schlagzeuger Gerd Paris aka Turquoise ist natürlich wieder mit von der Partie. Beide steuerten zur Single you suck jeweils einen Remix bei. Electroarnd: „Das ist wie Weihnachten – da bekommst du deinen Song in einem neuen Gewand wieder und freust dich einfach, den Track, den du selber immer wieder hin und her gewendet hast, endlich noch mal ganz neu entdecken zu können - sehr schick.“ Ein weiterer Remix auf der you suck Single ist von Ted Trendt, der auch schon für diverse andere bandaloop.-Singles Remixe beigesteuert hat. Für Liebhaber des Experimentellen findet sich ein Mix vom jungen Emil von Stosch, von dem man in Zukunft sicherlich noch einiges hören wird. Außerdem waren da noch die Freunde, die mit Violinen-, Veena- und Mandola-Klängen die Songs verzierten, Fotos für das Booklet machten und das Artwork für CD und Homepage kreierten. Für die Covergestaltung von Album und Single griff sogar Sarah´s Vater Horst Doering zum Pinsel. Zuletzt drehten noch vier entzückende Filmstudenten aus Münster ein Video zu you suck. Alles ergänzte sich fast wie von alleine.

Ergänzend arbeiten auch die beiden bandaloop.er. Für Sarah beginnt das Musik machen oft mit Bildern und Ideen, die auf einmal auftauchen. „Außerdem werde ich nachts oft von Träumen bombardiert. Die baue ich dann manchmal in meine Songs ein. Für irgendetwas müssen die Traumgeschichten ja gut sein. Ein Song ist für mich allerdings erst dann richtig gut, wenn sich mir beim Hören die Haare aufstellen, sonst fehlt was.“ Bei Electroarnd entstehen die Stücke erst, wenn er vor den Boxen sitzt. “Ich muss die Musik spüren. Der Reiz ist für mich der pure Klang. Ich sehe keine Flusslandschaften, sondern habe eher solche Vorstellungen wie: Ich will jetzt ein Stück machen, wo sich mir durch den Bass der Magen rum dreht.“

Als Electroarnd auf seine Art und Weise für Sarah ein Stück schrieb, konnte er natürlich noch nicht ahnen, dass sie sich gleich verzückt an den dazu passenden Text wagen würde. Der so entstandene Track wurde twin getauft und gleichzeitig Namensgeber des aktuellen Albums. In twin macht sich jemand auf die Suche nach seinem passenden Gegenstück oder vielleicht auch nach seiner eigenen verborgenen Seite. twin ist eine Ode an die unendlichen Möglichkeiten und an all das, was noch im Unentdeckten liegt (ja, ja, natürlich auch eine Ode an Arnd!). Das passte außerdem gut zur Vorliebe der beiden David Lynch- und Haruki Murakami-Fans für das Geheimnisvolle und Vieldeutige.

Diese Doppelbödigkeit findet man auch immer wieder in Sarah`s Texten. Zum Beispiel in body symphony, das eigentlich eine Geschichte über das Fliegen ist – über ein außerkörperliches Erlebnis. „Als Kinder waren mein Schwester und ich davon überzeugt, fliegen zu können, denn im Traum ging es ganz leicht. Wir wussten genau, wie sich das anfühlt, also haben wir immer vom Hochbett aus geübt.“ Wenn aber die Leute (wie schon geschehen) sich bei dem Song lieber vorstellen, dass ich ein anderes sinnliches Erlebnis besinge, bitte schön...das macht es doch erst spannend.“

Auch die Sache mit friends entpuppt sich bei genauerem Hinhören auf unerwartete Weise. Eine Geschichte über das spannende Spiel am Verbotenen. „Da gibt es zwei, die gemeinsam ihre Körper im Meer waschen. Vielleicht hätten sie Freunde werden können – zu einer anderen Zeit. Denn jetzt begehren sie sich, und das tut so schön weh...“

Die erste Single aus Twin ist you suck. Sarah: „Die Idee dahinter ist, dass ich gerne von Leuten umgeben bin, die mal ein bisschen anstrengend sein dürfen. Oft denke ich: ,Mann, ist der oder die peinlich und nervt’. – Aber wenn es solche Leute nicht gäbe, wäre es einfach langweilig. Das sind doch oft auch die spannenden, schillernden Menschen. Die Originellen sind häufig auch eben die Komplizierten.“

Dazu passt auch sweeping sweet, ein Lied über die Schauspielerin Angelina Jolie. Sarah: „Ich habe sie damals in einem Kinofilm gesehen und war sehr von ihr angetan, wirklich fasziniert. Das ist quasi eine Lobpreisung.“

garden of yasemine ist ein Lied für Sarah`s Nichte. „Maya (mit zweitem Namen Yasemine) ist mein Augenstern. Ich wollte unbedingt ein Lied für sie schreiben, denn sie liebt Musik. Und außerdem erzählte sie mir immer in den schillerndsten Farben diese wunderbare Geschichte von ihrem Garten und ihrem Haus im Himmel. Das wollte ich auf jeden Fall festhalten.“